Hacker mit Fahneneid
Vor bald einem Jahr tauchten verstärkt Meldungen für systematische, wohl von der Regierung Chinas finanzierte Hackerangriffe auf und ich vermutete, dass der sog. Cyberwar schon lange bekonnen haben könnte.
Nun ist die Bundeswehr in den Reigen eingestiegen. Wie Golem.de berichtet, ist die Bundeswehr dabei, eine Hackertruppe aus IT-Spezialisiten zusammen zu stellen. Für eine deutsche Unternehmung ungewöhnlich ist diesmal auch offiziell die Rede von der Penetration und Zerstörung fremder Netzwerke.
Das ist für mich in zweierlei Weise bedenklich:
- Die Aussage ist sehr einseitig. Es wird nicht von Informationsbeschaffung oder sonstiger invasiver aber nicht destruktiver Handlungen gesprochen. Eindeutig ist der Fokus auf Zerstörung ausgelegt, was einer kriegerischen Handlung gleichzusetzen wäre. (Gesetzt den Fall, die Pressemitteilung wurde sinngemäß weitergegeben.)
- Die Aussage ist ungenau. “Fremde Netzwerke” kann so ziemlich auf jedes Netz zutreffen. Ich hoffe erstens, dass die Cyberwar-Truppe sich auch an die bisher noch geltende Regel des Verbots des Einsatzes der Bundeswehr auf deutschem Boden hält und zweitens wenigstens irgendwo die Einsatzziele etwas weniger unscharf definiert wurden.
Wie bereits vor einem Jahr gesagt: Ich finde diese Entwicklung sehr bedenklich. Staatlich finanzierter E-Terrorismus passt nicht wirklich in das Konzept einer freiheitlich, demokratischen Gesellschaft. Sicherlich bin ich froh, wenn es geschultes Personal zur Abwehr solcher Angriffe auf Infrastrukturobjekte in Deutschland gibt, aber es scheint hier ja eher nicht um Verteidigung zu gehen… oder doch?
Link: Golem.de: Die Bundeswehr baut eine eigene Hackertruppe auf



